Bild in den deutschen Medien über die Galápagos

Posted by Ansgar Berhorn on Dezember 31, 2004

Wenn man einige Zeit die Berichte über die Galápagos in deutschen Magazinen und Zeitungen verfolgt, fängt man an sich zu wundern, was denn da berichtet wird.

Galápagos, das letzte Paradies?

Wenn man nun den Nachrichten-Suchdienst von Google bemüht (GoogleNews Suche Galapagos fallen einem sofort Schlagworte wie “Paradies”, “Traumschiff”, “Luxus-Jacht” etc. ins Auge. Selbst der BUND verlost nur Freikarten für einen Kinofilm.

Sicher, ein Urlaub hier wird für viele unvergessen teuer und natürlich erlebnisreich sein. Die Tier- und Pflanzenwelt ist absolut einmalig und wird auch nach Kräften geschützt. Aber hier auf den Inseln leben nun einmal Menschen. Und wenn dann noch Touristen mit Geld und absolut einmalige Naturschauspiele zusammenkommen, sind Probleme vorprogrammiert.



Bild in Englisch-sprachigen Medien

Schaut man sich nun einmal an, was die englisch-sprachige Presse liefert, dann ändert sich der Blickwinkel schon: GoogleNews Suche Galapagos Englisch.

Bei einer Suche im Oktober 2004 findet man hier auf jeden Fall mehrere Artikel über den Streik des Nationalparks im September 2004 (Streiktagebuch) und die gewaltsamen Proteste der Fischer.

Bild in Spanisch-sprachigen Medien

Bei dieser Suche muss man im Oktober 2004 schon einige Seiten zurückblättern, um noch an die Berichte über den Streik im September zu kommen. Nun sind wieder Finanzierungsprobleme von Umweltschutzprojekten auf der Tagesordnung.

die Nähe machts

Sicher, nachvollziehbar ist es schon, dass die spanischen Medien die nur 1000km enfernt sind, anders berichten als die englischen Medien, die vielleicht 3000km entfernt sind. In Deutschland, 8000km entfernt, kommt dann kaum noch etwas an.

Sicherlich interessiert keinen in Deutschland ein ganzseitiger Artikel über die Probleme in diesem Teil der Welt. Aber die Reiseartikel, die mit Regelmäßigkeit im deutschen Blätterwald auftauchen, streifen nicht mal am Rande die Tatsache, dass hier regelmäßig Behörden besetzt werden, gewaltsame Proteste stattfinden und der Umweltschutz an vielen Stellen nicht so sattelfest ist wie mancher Politiker gerne behauptet.

Fazit

Am Ende bleibt es jedem selber überlassen, welches Bild er sich macht.

Ich empfehle die Fotoserie einer britischen BBC-Reporterin von Ende September 2004: Fotoserie Streik Nationalpark Galapagos 2004.